Artikel im "El Aviso"

12.12.2011 18:53

Montag, den 12. Dezember 2011 um 11:24 Uhr

Das Leid der Pferde Mallorcas      

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Das Leid der Pferde MallorcasFoto: © VeSilvio - Fotolia.com

Die Wirtschaftskrise macht nicht nur den Menschen das Leben schwer. Auch viele Vierbeiner leiden unter der Finanznot ihrer Besitzer.

 

Besonders hart trifft es die Pferde auf der Ferieninsel. Viele Pferdehalter können die Kosten für eine optimale Versorgung von etwa 500 Euro im Monat nicht mehr aufbringen. Die Folge;: Im Jahr 2011 wurden dreimal mehr Pferde, Ponys und Esel ausgesetzt, als noch im vergangenen Jahr.


Alleine in der vergangenen Woche waren es fünf. 2010 waren es im gesamten Jahr gerade einmal 16.


Ein besonders tragischer Fall ereignete sich vor einigen Tagen in Santa Margalida. Anwohner hatten die Tierschutzorganisation Fundación Natura Parc (FNP) in Santa Eugenia informiert, weil ein Pferd offensichtlich in Not war. Was die Tierschützer fanden, war erschreckend. Das Pferd  war völlig verwahrlost, am Verhungern und ihm fehlte ein Auge- von dem Besitzer des Tieres war weit und breit keine Spur. Immer wieder lassen Pferdehalter aber auch andere Tierbesitzer ihre Tiere einfach frei, wenn sie, die Futterkosten nicht mehr bezahlen können.


Das ist nicht nur dem Tier gegenüber unverantwortlich, sondern auch gefährlich. Alleine auf Mallorca gab es in diesem Jahr 189 Verkehrsunfälle, die von ausgesetzten Tieren verursacht wurden. Die Tierhalter haben indes kaum etwas zu befürchten, denn nur in den wenigsten Fällen kann der Besitzer ermittelt werden.

Dabei gibt es auch auf Mallorca bereits ein Gesetz, nach dem alle Haustiere gechipt werden müssen. Gerade bei den Pferdehaltern liegt der Prozentsatz der gekennzeichneten Tier bei lediglich einem Prozent.  Auch bei den Hunden sieht es nicht besser aus, hier sind gerade einmal, je nach Gemeinde, 9 bis 27 Prozent der Tiere mit einem Chip versehen. Die Gemeinden tun bisher nicht viel um das Gesetz durchzusetzen - dabei sollte es gerade in ihrem Interesse liegen, dass nicht noch mehr Tiere ausgesetzt werden.

In der Vergangenheit war, wie auch in Deutschland, die Ferienzeit im Sommer die Zeit, in der die Tierschutzvereine auf Mallorca am meisten zu tun hatten. Doch mit der Wirtschaftskrise hat sich auch das geändert. Das ganze Jahr über müssen sich die Organisationen immer wieder um neue Fundtiere kümmern. Auch an den kommenden Weihnachtsfeiertagen werden die Tierschützer wohl wieder alle Hände voll zu tun haben. Und in den ersten Wochen des neuen Jahres kommen dann auch noch die Tiere hinzu, die als Weihnachtsgeschenk begeistert aufgenommen wurden, dann aber lästig geworden sind.

 

  

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Kommentar von Pfenninger | 27.01.2012

Das ist unbeschreibbar traurig.. Wir wohnen auf mallorca Manacar und haben bereits einen ausgesetzen Hund aufgenommen.. Haben viel Land hier ums Haus resp. Finca, könnten gut ein paar Pferde grasen, nur ist es mit dem nicht gemacht... Ich bin ein Pferdefreund und würde mich immer erkenntlich zeigen, sei es bei einer Futterbeteiliung oder um eine Betreuung.. Grüsse Desiree

Kommentar von Don Zafarranxo | 11.03.2013

Also ehrlich, was die Unterhaltskosten angeht, da habt ihr aber falsch recherchiert. Pro Pferd brauchst du pro Monat ca. einen Rundballen Garba und wenn du sie richtig gut ernähren willst ein Mineralfutter, das auch Vitamine drin hat. Und das ist mehr als ausreichend. Unsere sind gordito. Kostenpunkt ca. 40 Euro/Monat und Pferd. Barhufpflege kostet auch nicht die Welt, vor allem wenn die Pferde draussen sind, da nutzt sich das Horn gut ab. Das sind alle paar Monate 30 Euro.