Die Frühkastration der Hündin

13.02.2011 12:22

Aus medizinischer Sicht: Die Frühkastration der Hündin

 

Ein weit verbreitetes Argument für die Kastration bzw. Frühkastration von Hündinnen ist die Vorbeugung von Mammatumoren. Auf vielen Internetseiten von Laien aber auch von Tierärzten und -kliniken kann man lesen, dass 26% (also etwa ein Viertel!) der intakten Hündinnen an Mammatumoren erkranken würden. Dies ist schlichtweg eine falsche Interpretation der Ergebnisse einer Studie, die an der University of Veterinary and Pharmaceutical Sciences, Brno, Czech Republic durchgeführt wurde (Abschlussdokumentation in Englisch schicke ich gerne zu!).

Hier sollten wir etwas genauer auf die Statistik schauen!
Von 17053 behandelten Hundepatienten waren 214 an einem Mammatumor erkrankt. Das entspricht 1,25%, also kann hier glücklicherweise nicht von einer häufigen Erkrankungen gesprochen werden. In der sog. Bielefelder Kastrationsstudie von Dr. Gabriele Niepel (2002) sind ähnliche Ergebnisse nachzulesen:  


"Bei unkastrierten Hündinnen erkranken zwischen 1,98 und 2,8 (maximal 18,6) von 1.000 Hündinnen (je nach Alter und Rasse), das entspricht einem Prozentanteil von 0,2 bis maximal 1,8%."

Die Brno Studie sagt aus, dass Hündinnen, die vor der ersten Läufigkeit kastriert werden, ein relatives Risiko von 0,5% haben, an einem Mammatumor zu erkranken. Bei einer Kastration zwischen der 1. und der 2. Läufigkeit steigt dieses relative Risiko auf 8%, bei einer Kastration zwischen der 2. und 4. Läufigkeit auf 26%. Spätere Kastrationen beeinflussen das relative Risiko nicht mehr.

Das heiß aber nicht, dass ein Viertel der nicht kastrierten Hündinnen einen Gesäugetumor entwickeln wird. Wenn man von einem tatsächlichen Risiko von 2% ausgeht, dann liegt die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung bei einer Hündin, die vor ihrer ersten Läufigkeit kastriert wurde, bei 0,01%; bei einer Kastration zwischen der ersten und der zweiten Läufigkeit steigt die Wahrscheinlichkeit auf 0,16% und bei Kastrationen ab der zweiten Läufigkeit auf 0,52%.


Einem tatsächlichem Mammatumor-Risiko von unter 2% sollten die unerwünschten Folgen einer Kastration ernsthaft gegenüber gestellt werden:

- Kindliches Verhalten, höhere Aktivität und Erregbarkeit
- Fellveränderung (Babyfell), vermehrter Hunger
- persistierende Jungtiervaginitis (insbesondere als Folge einer Frühkastration)
- und nicht zuletzt das Risiko einer ein Leben lang andauernden und meist schwer zu behandelnden Harninkontinenz!
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Quelle: Anne Sasson, Tierheilpraktikerin

 


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